Aussaat von Gehölzen


Es geht hier nicht um Tomaten und Gurken, sondern um Birke, Eiche, Buche, Kastanie, Kiefer etc.
Zuerst sollte man sich im Klaren sein, welche Art von Bonsai man haben möchte. Geht es um Bäume ab ca. 20 bis 30 cm aufwärts, ist der Kauf von Jungpflanzen bzw. Rohware in der Baumschule oder Bonsaifachhandel vorzuziehen. Geht es um die Kleinen ( Mame, Shohin ) kann man in gut 4 bis 6 Jahren akzeptable Pflanzen heranziehen.


Bei der Samenbeschaffung ist darauf zu achten, dass er frisch ist. Gut, wenn man ihn nicht selber sammeln kann, ist es natürlich schwierig mit frischem Saatgut. Bitte keine Bonsaisamen kaufen, die gibt es nicht. Die Bezeichnung Bonsai ist nur dafür da, um mehr Geld zu verdienen, wie auch oft bei - ökologisch Wertvoll – BIO – Natur – Gesund – Naturrein. Es gibt einige sehr gute Samenhändler, einfach mal googlen. Da kostet dann der Samen statt 3 Korn – 4,99 € nur 30 Korn – 1,49 €.


Was braucht man:


* Eine passende flache Aussaatschale, vorzugsweise aus Kunststoff, mit Abzugslöcher im Boden.
* Aussaaterde, ungedüngt, je nach Samengröße 1 bis 5 mm. Die Erde sollte gut wasserdurchlässig sein. * Ein Torfsubstrat oder Waldhumus.
* und natürlich den Samen
* ein Flies oder Netz zum abdecken


Die meisten Samen von unseren einheimischen Baumarten brauchen eine Kälteperiode ( 4 bis 8 Wochen je nach Art ), um zu keimen. Die Kälteperiode dient dazu, keimhemmende Substanzen abzubauen, die im Samen enthalten sind. Diese Substanzen verhindern ein vorzeitiges Keimen, z. B. vor dem Winter. Unsere einheimischen Baumarten sind zwar teilweise extrem winterfest, aber beim Keimvorgang sehr empfindlich. Keimblätter der Birken z. B. halten minus 6 bis 8 Grad aus, Ahorn und Buche können schon bei minus 1 Grad verfrieren.


Es kann auch künstlich eine Kälteperiode vorgetäuscht werden. Hierbei vermischt man den Samen mit feinem Sand ( immer ), alles in eine verschließbare Plastiktüte füllen und für 2 bis 8 Wochen in den Kühl- oder Gefrierschrank.


Einige Samenarten keimen auch erst nach einer Hitzeperiode ( 100 bis 500 Grad ), z. B. nach einem Waldbrand. Ist hier zwar unerheblich, aber wer exotische Samen, z.B. aus Australien, aussäen möchte, sollte sich darüber schlau machen.


Aussaat


Aussaatschale bis 1 cm unter dem Rand mit Erde füllen, etwas andrücken und Samen drauf. Leicht mit Erde bedecken, einmal in einer Wasserschale tauchen, fertig.
Hinweis: Hartschalige Samen werden für 24 bis 48 Stunden in warmen Wasser eingeweicht. Einige Schalen öffnen sich in dieser Zeit schon leicht, was natürlich von Vorteil ist. Zusätzlich können sie auch mit einer Feile oder Sandpapier angeraut werden.


Einige Baumsamen sind Lichtkeimer, das heißt, es darf keine Erde die Samen bedecken.
* Birken – nur leicht andrücken
* Kastanie, Eiche, Buche – hier kann ein wenig Moos oder Blätter ( keine Walnussblätter ) draufgelegt werden.


# Schon im 1. Jahrhundert v. Chr. erwähnte Plinius in seiner “ Historia naturalis”, das Walnussbäume anscheinend eine hemmende Wirkung auf andere Pflanzen ausüben. In der
Umgebung des Baumes wachsen kaum andere Pflanzen.

Der Grund für dieses Phänomen:

Der Walnussbaum ( Juglans regia ) produziert einen Wirkstoff, das Juglon, das die Keimung anderer Pflanzen hemmt.


Bei Samen, die mit Erde bedeckt werden, streue ich eine dünne Sandschicht drüber. Hält die Erde Schimmel- und Moosfrei und man sieht sofort, wenn die Samen anfangen zu keimen.


Aussaattermin ist vorzugsweise im Spätherbst.


Die Schalen kommen an eine geschützte Stelle ( Wind, Sonne ) – Garten, Balkon, Terrasse.
Nur nicht so einen Quatsch mit Folie oder Glasscheibe abdecken, nach 3 bis 5 Monaten oder länger Keimdauer ist dann die Erde verschimmelt oder vermoost.


Bewährt hat sich bei mir wasserdurchlässiges Flies und sollte es schneien, ist das der beste Schutz. Außerdem werden durch das Schmelzwasser schneller keimhemmende Substanzen abgebaut. Besitzer eines Garten sollten natürlich darauf achten, das keine Vögel oder Mäuse an die Saatschalen kommen. Die einfachste Lösung ist ein engmaschiger Vogelkäfig, es geht aber auch ein Holzgestell mit einem feinem Netz oder Gittergeflecht.

 


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