RosenBonsai

 

ROSEN – für viele der Inbegriff an Schönheit und Eleganz und seit Jahrhunderten geliebt und verehrt.

 

Noch länger zurück liegt der Ursprung der Bonsaigestaltung. Aus China, wo schon vor gut 2000 Jahren Landschaften in flachen Schalen oder auf Steinplatten gestaltet wurden und vor ca. 1000 Jahren nach Japan gekommen sind. 1907 wurden sie das erste Mal auf der 3. Internationalen Gartenbauausstellung in Dresden vorgestellt, aber die Auseinandersetzung mit asiatisch – orientalischer Gartenkunst geht bis in das 15. Jahrhundert zurück.

Bonsai sind der Natur entliehene, meist verholzende Pflanzen,

die in einer Keramikschale von Menschenhand gepflegt

und nach natürlichem Vorbild gestaltet werden.

Nicht jeder Rosenfreund hat einen Garten, wo er seine Lieblinge hegen, pflegen und sich an ihrer Schönheit und ihrem Duft erfreuen kann. In der heutigen Zeit werden Gärten immer seltener, kleiner oder werden durch einen Balkon oder Terrasse ersetzt.

Als eine Alternative zu einem Rosengarten bieten sich RosenBonsai an:

- wenig Platzbedarf

- leicht zu pflegen, wenn einige Grundregeln beachtet werden.

- in „ Augenhöhe „ mit seinen Lieblingen.

- auftretende Krankheiten oder Schädlinge, die bei Rosen leider nun mal auftreten können, sind schneller erkannt.

- längere Blütezeit und durch gezielten Rückschnitt mehrere Blühzeiten, auch teilweise bei einmal blühenden Rosen. Dorothy Perkins z.B. blüht bei mir bis auf eine kleine Ruhepause das ganze Jahr. Sie hat jetzt, Mitte Oktober, wieder neue Blüten angesetzt.

- wenn ein RosenBonsai auf einer Terrasse oder einem Balkon unter einem schützenden Dach steht, sind die Blüten traumhaft.

Bonsai von wurzelechten Rosen

Besonders schöne RosenBonsai bekommt man von wurzelechten Rosen, weil von Grund auf gestaltet wird. Hierfür eignen sich im Prinzip alle Rosen mit kleinen Blättern und Blüten. Zum Beispiel Multiflora- oder Wichuriana Hybriden, aber auch von den alten Sorten wie Dorothy Perkins, Excelsa, Euphrosine, Phillis Bide, Marie Jeanne oder Margo Koster lassen sich viele verwenden. Wie oben schon erwähnt, blüht Dorothy Perkins fast das ganze Jahr und Margo Koster ist ein Dauerblüher.

Hinweis: Die schönsten RosenBonsai bekommt man von wurzelechten Rosen, die Interessantesten von Veredelten. Beim wurzelechten RosenBonsai hat man einen richtigen Stamm, aus dem die einzelnen Zweige und Äste wachsen und gestaltet werden. Auch ist die wurzelechte Rose gegenüber der Veredelten widerstandsfähiger und es bedarf in der Winterzeit kein besonderer Schutz z.B. der Veredelungsstelle. Bei veredelten Rosen ist es die Unterlage, die als Stammersatz dient.

Am Anfang steht die Rose, die man im letzten Jahr, spätestens im August, vorbereitet hat. Ob es sich dabei um einen Sämling, bewurzelten Steckling oder eine ältere Rose handelt, spielt keine Rolle.

Alle Triebe auf 5 bis 7 Blattansätze zurück schneiden, die Blätter bis auf den Blattstiel entfernen, die Wurzeln auf ca. 1/3 kürzen und in ein lockeres Substrat ( 1/3 feiner Sand, 1/3 Torf, 1/3 Komposterde, ein wenig Ton-, Lava- oder Lehmgranulat ) pflanzen. Das kann im Freiland sein, aber natürlich auch in einem Topf oder einer Schale.

Tipp: Schnittreste können wunderbar als Stecklinge verwendet werden. Auf ca. 15 bis 20 cm schneiden, 3 Augen sollten aber mindesten vorhanden sein, alle Stacheln und Blätter – bis auf die oberen 2 - entfernen, die Schnittenden in flüssiges Wachs tauchen und sofort in kaltes Wasser legen ( z.B. unten grün, oben rot. Vorteil: Die Stecklinge trocknen nicht aus und es gibt keine Verwechslung beim Stecken.

Hinweis: In der klassischen Bonsaigestaltung wird viel mit Draht gearbeitet, um dem Baum die gewünschte Form zu geben. Entgegen anderer Publikationen werden RosenBonsai nie gedrahtet, dafür ist die Rinde zu empfindlich.

Im Frühjahr, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, kommt die Rose in eine flache Schale, die ruhig ein wenig größer sein kann. Man kann auch einen Plastikcontainer soweit kürzen, dass er wie eine flache Schale ist. Die Rose soll nun kräftig austreiben und neue Wurzeln bekommen. Sind die Triebe ca. 15 – 25 cm lang, wird bis auf 1 bis 2 Blätter ab Stammende zurück geschnitten, wobei hier keine Rücksicht auf Blütenbildung genommen wird. Den neuen Austrieb lässt man nun wachsen und bei Dorothy Perkins und Margot Koster kann man die ersten Blüten bewundern. Immer nur das Verblühte entfernen und wenn alle Blüten verblüht sind, wird wieder bis auf 1 bis 2 Blätter zurück genommen. Es werden sich natürlich immer wieder neue Blüten bilden, die man selbstverständlich stehen lässt.

Spätestens Ende Juli sollte einmal komplett zurück geschnitten werden. Es kann auch ein kompletter Blattschnitt vorgenommen werden. Hierbei werden alle Blätter bis auf den Blattstiel entfernt. Je nach Sorte und Witterung treibt die Rose nach ca. 10 bis 20 Tagen wieder aus. Mit einem kompletten Blattschnitt wird wie beim zurück schneiden, die Verzweigung gefördert.

Nun kann die Rose auch in eine passende Keramikschale gepflanzt werden. Es braucht noch keine gute Handgetöpferte sein, eine Industrieschale tut es auch. Es wird eine etwas tiefere Schale gewählt, weil der RosenBonsai noch im Jungstadium ist und noch wachsen soll. Die Länge der Schale sollte in etwas 1/3 der endgültigen Höhe des Bonsai betragen.

Bis zum Ende des restlichen Jahres lässt man den Bonsai nun wachsen und erfreut sich an den Blüten. Verblühtes wird entfernt und auch Triebe, die keine neuen Blüten bilden oder das Gesamtbild stören.

Zum Winter den Bonsai aus der Schale nehmen und im Boden bis zu den ersten Blättern einschlagen. Will man Frostfrei überwintern, sollte der Standort hell sein und die Temperatur nicht über 5° liegen. Auf Schädlinge achten.

Im darauf folgenden Jahr nach den letzten Frösten wird der Bonsai aus der Erde oder Topf genommen, die Wurzeln auf 1/3 kürzen und die Triebe auf 1 bis 2 Blattansätze zurück schneiden.

Nun kann der RosenBonsai in eine schöne, handgetöpferte Schale. Je nach Größe ( 8 – 12 cm ) bekommt man diese schon ab ca. 15,- bis 25,- €.

Bonsai von veredelten Rosen

Viele Rosen sehen im Alter vom Stamm her nicht so schön aus oder der Nachbar möchte sein Rosenbeet erneuern. Hier gibt es sehr schönes Material für einen RosenBonsai.

Die Rose wird vorsichtig ausgegraben, vorzugsweise im Frühjahr. Darauf zu achten ist, dass die wenigen kleinen Faserwurzeln, die eine alte Rose hat, erhalten bleiben. Alte Rosenstöcke beziehen ihre Kraft zum größtenteils aus den dicken „ Rübenwurzeln „ der Unterlage und bilden im Laufe der Jahre nur wenige neue Faserwurzeln aus. Die Rose wird in einen großen Kunststoffcontainer mit einem nährstoffreichen Substrat unter Zugabe eines Landzeitdüngers ( z.B. Basacote ) gesetzt. Alle Triebe werden bis auf drei Augen zurück geschnitten und alle vorhandenen Blüten und Knospen werden entfernt. Im Laufe des Jahres immer wieder auf drei Augen zurück nehmen. Zweige, die sich kreuzen, werden entfernt. Über den kommenden Winter frostfrei aufstellen oder den Container in die Erde einlassen, sodass die Rose bis über der Veredelungsstelle mit Erde bedeckt ist. Vorher modriges oder weiches Holz wegschneiden oder mit einer Drahtbürste entfernen.

Tipp: Größere Schnittstellen ab ca. 5-6 mm verschließt man am besten mit Kerzenwachs. Geeignet sind weiße Tafelkerzen. Kerze anzünden und das Wachs auf die Schnittstelle tropfen, bis sie ganz bedeckt ist. Oder Wachsreste in einer Blechdose erwärmen und mit einem Pinsel auftragen.

Im nächsten Frühjahr, wenn die Rose anfängt auszutreiben, wird sie aus dem Container genommen. Es hat sich bestimmt schon ein guter Ballen mit einigen neuen Faserwurzeln entwickelt. Diese neuen Wurzeln werden auf ca. 1/3 eingekürzt und wieder in den Container gepflanzt. Nun aber ca. 5 cm höher einsetzten wie die Rose vorher stand. Wir wollen ja einen schönen Stamm bekommen. Die ersten Triebe werden wieder eingekürzt. So verfährt man das ganze Jahr über, wobei man die Rose auch gerne mal zur Blüte kommen lassen kann. Im darauffolgenden Jahr kann die Rose im Frühjahr in eine flache Schale. Dies kann eine preiswerte Schale aus Keramik oder eine Kunststoffschale sein.

Ab dem 3 bis 5 Jahr wird dann in die endgültige Schale gepflanzt.

Schalen

Schalen haben in der Bonsaigestaltung eine besondere Rolle. Sie sollen die Gestaltung unterstreichen, dem Baum eine gewisse Würde geben, eventuell von kleinen Makeln ablenken und natürlich den Wurzeln Halt geben.

Aber nicht jede Schale ist geeignet. Eine alte erwürdige Kiefer bekommt eine rechteckige Schale, wogegen für einen Laubbaum eine ovale Schale besser ist. Auch die Farbe ist wichtig; grasgrün passt gut zu Blättern z.B. einer Birke oder Linde. Wenn dann noch unter dem Baum kleine Moospolster wachsen, wird einem das Gefühl einer Graslandschaft vermittelt. Nadelbäume pflanzt man bevorzugt in erdfarbene Schalen.

RosenBonsai nehmen aber hierbei eine besondere Stellung ein, da hier auch die Blüten wichtig sind. Eine erdfarbene Schale würde einen RosenBonsai erdrücken und er käme nicht zur Geltung. Hier kann daher viel mehr mit Farbglasuren gespielt werden.

Auch die Schalengröße bzw. Höhe spielt eine wesentliche Rolle. Bei der Bonsaigestaltung gilt die Faustregel:

  • Schalengröße = 1/3 der Baumhöhe

  • Schalenhöhe = Durchmesser des Stammes

Dies lässt sich nicht immer auf RosenBonsai umsetzen, weil hier der Stamm meistens relativ dünn ist und für einen gewissen Zeitraum Blüten vorhanden sind, die die Größe des Bonsai verändern. Auch sollte die Schale, außer bei sehr alten veredelten RosenBonsai, filigraner, dafür aber etwas höher sein. Hier ist die eigene Kreativität gefragt.

Es muß aber nicht sofort mit den teuersten angefangen werden. In der Grundgestaltung reicht eine Schale aus Kunststoff, danach eine einfache Industrieschale. Wenn aber der Bonsai seine endgültige Form hat und einen besonderen Platz bekommt, sollte es schon eine handgetöpferte Schale sein. Je nach Größe sind sie im Fachhandel schon ab ca. 20 bis 25 Euro zu erwerben. Nach oben gibt es keine Grenze und der Name des Künstlers spielt dabei auch eine wesentliche Rolle.

Tipp: Äste und Zweige ab einem Durchmesser von ca. 5 mm werden besser mit einer Konkavzange geschnitten. Man bekommt eine nach innen geformte Schnittstelle, die schneller und besser verheilen als eine gerade Schnittstelle. Es muß keine Zange aus Edelstahl sein, eine aus Schwarzstahl tut es auch. Sie sind schärfer und preiswerter, brauchen aber mehr Pflege wegen Rostgefahr.

Pflege von RosenBonsai

Ein RosenBonsai ist keine Zimmerpflanze, sondern für eine Aufstellung im Freien gedacht. Bei ständiger Kultur in der Wohnung „ vergeilen „ Blätter und Triebe und die Rose wird anfällig für Schädlinge. Während der Blütezeit ist eine kurzfristige Aufstellung ( ca. 7 bis 10 Tage ) in der Wohnung an einem hellen Platz möglich. Danach sollte sie wieder nach draußen.

Bei Überwinterung im Freiland wird der Bonsai aus der Schale genommen und an einer geschützten

Stelle im Garten eingeschlagen. Und zwar  bis zu den unteren ersten Blättern. Nur Verblühtes entfernen, ansonsten vorher nicht zurück schneiden, da Rosen immer etwas mehr zurückfrieren können wie eine andere Pflanze oder Baum.

Im Frühjahr erst wieder eintopfen, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist. Wenn Sie früher umtopfen wollen, dann eine frostfreie Aufstellung.

Bei frostfreier Überwinterung ist ein heller, luftiger Standort wichtig. Die Temperaturen sollten zwischen 0° bis 5° plus liegen, nicht höher, da die Rose sonst anfängt zu treiben.  Wichtig: Rosen brauchen keine Temperaturen unter Null Grad, um zu blühen. Es ist auf Läuse und weiße Fliege zu achten. Vorbeugend können Gelbtafeln ausgelegt werden.

Im Frühjahr sollte ein leichter Wurzelschnitt ( ca. 1/3 ) erfolgen und in frische Erde ( 1/3 feiner Sand, 1/3 Torf, 1/3 Komposterde und ein wenig Ton-, Lava- oder Lehmgranulat ) topfen. Je älter die Rose ist, desto geringer hält man den Humusanteil. Eine gleichzeitige Beimischung von 6 oder 12 Monatsdünger ist empfehlenswert, da dadurch die RosenBonsai an wärmeren Wintertagen, wo sie auch Nährstoffe braucht, versorgt wird. Außerdem tauche ich meine RosenBonsai in den Sommermonaten ca. alle 3-4 Wochen in eine leichte Flüssigdüngerlösung.

Verblühtes sollte sofort entfernt werden; und wenn alle Blüten von dem Blühzweigen weg sind, auf 1 - 2 Blätter zurückschneiden. Wassertriebe sofort entfernen. Diese erkennt man daran, dass sie dicker sind und sehr schnell wachsen. Nach der Blüte und auch zwischendurch unter Berücksichtigung der Formgebung zurück schneiden. Rosen trocknen an den Schnittstellen etwas mehr zurück als andere Bäume. Daher immer, wenn 2 Blätter stehen bleiben sollen, unterhalb des 3. Blattes schneiden. Immer darauf achten, dass nicht mehrere Zweige direkt nebeneinander wachsen. Auch Zweige, die sich kreuzen, sind zu entfernen. Bei zu großen Blättern kann auch ein Blattschnitt erfolgen; dabei bleibt der Blattstiel aber stehen. Bei Rosen brauchen aber, im Gegensatz zu anderen Bäumen oder Sträuchern, nicht alle Blätter entfernt werden, um den neuen Austrieb zu fördern, sondern nur die Großen, die zur Größe des RosenBonsai unnatürlich aussehen. Ein kompletter Blattschnitt kann natürlich auch erfolgen, nach gut 10-20 Tagen, je nach Witterung und Art, beginnt der neue Austrieb.

Es kann bei warmer, feuchter Luft gelegentlich Mehltaubefall und Sternrusstau auftreten. Auch Läuse sind ein Thema bei Rosen. Es gibt mittlerweile im Handel schon einige gute Bioprodukte, die vorbeugend oder bei Befall gespritzt werden können. Blätter mit Sternrusstaubefall und Rosenrost sollten auf jeden Fall sofort entfernt und ( nicht im Komposter ) entsorgt werden.

Meine Rosenbonsai stehen alle auf einer wasserspeichernden Matte, ich gieße je nach Größe der Schalen morgens, mittags, abends und nach Bedarf.


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